Archive for the ‘Radkultur’ Category

Ein Interview mit Mikael, dem Förderer der Langsamradfahrbewegung

Dienstag, Februar 9th, 2010

Seit einiger Zeit les ich gerne und regelmäßig den Blog „Copenhagenize“, betrieben von Mikael Colville-Andersen, der das Ziel hat, Radfahren als eine sichere und gesunde Art der Fortbewegung zu bewerben. Kopenhagen hat einen sehr hohen Modal Split für das Radfahren, mehr als 30% aller Wege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Wien hat ca. 5% und darauf bereits stolz (man kann auf 5% einfach nicht stolz sein). Falls Dich auch interessiert, was er über Radfahren so erzählt, dann kann ich dieses Interview empfehlen.

Schau Dir auch seine Blogs an:

  • Copenhagenize, mit dem Ziel, Radfahren international zu bewerben, mit vielen Beispielen und Diskussionen, wie man Radfahren in Dänemark und anderswo fördert, und wie man es nicht fördert
  • Copenhagen Cycle Chic, ein Blog über Radfahren und Mode
  • Slow Bicycle Movement, ein Blog um Radfahren als gemütliche Fortbewegungsart zu fördern

Impressionen vom „Rasen am Ring“

Mittwoch, September 23rd, 2009

Wie gestern am Blog angekündigt fand gestern im Rahmen des EU-weiten Autofreien Tages die Aktion „Rasen am Ring“ statt, die von diversen Umweltorganisationen organisiert wurde (u.A. Greenpeace, IG-Fahrrad, …). Ich hab es mir natürlich auch nicht nehmen lassen, den Ring ohne störenden Autoverkehr zu geniessen. Es war – wenn man von der laufenden Musik absieht – unheimleich ruhig.

Der Straßenbahn- (1, 2, D, VRT) und Busverkehr (2A) wurde natürlich aufrecht gehalten, wobei die Straßenbahnen nur im Schritttempo am Rasen vorbeifuhren und immer einE MitarbeiterIn der Wiener Linien vorausging. Zwischenfälle gab es dadurch keine.

Hier ein paar Impressionen:

Rasen am Ring 1
Hunderte Menschen nahmen die Gelegenheit wahr auf dem Ring zu sitzen um zu plaudern, zu spielen und einfach zu entspannen.

Rasen am Ring 2
Auf einem Stück konnten seltsame Fahrrad-Kreationen ausprobiert werden.

Rasen am Ring 3
Die Straßenbahnen wurden von MitarbeiterInnen der Wiener Linien am Rasenstück vorbeibeigeleitet.

Rasen am Ring 4
Für den Hund ist ganz klar, was besser ist: Straße oder Rasen.


Ein kleiner Rundblick.

Räder kochen?

Mittwoch, April 23rd, 2008

Nachdem der 15. Wiener Gemeindebezirk in der letzten Zeit ziemlich mit interessanten alternativen Projekten (i:da, Pankahyttn, …) boomt, gibt es schon wieder ein neues interessantes Projekt: Die „Bikekitchen“.

In der Goldschlagstraße 8 haben sich ein paar Menschen zusammengetan um einen Raum zu schaffen, der dazu genutzt werden kann, sein Rad zu reparieren, sich aus alten Rädern neue Räder zusammenzubauen (aber keine Normalen -> Choppers, Tall Bikes, …) oder auch nur um gemütlich ein Bier zu trinken. Und das in einem sehr politischen Kontext. Ich zitiere die Homepage: „Wichtige weitere Schlagworte: ANTIFA, Kollektiv, Plenum, Konsens, Fuhrpark, (Raum)Gestaltung, DIY, Soli, Schablonen/Stencil, Dumpstern/Kontainern, Bar, Beisl, Cafe, Fachliteratur, Archiv, Fahrradfetischismus, Bike Art, Bike Fun, Bike Kill, Joustings, Bike Polo, Nachtfahrten, Demoperformance, Aktionen, Screen Printing, Workshops, Ausflüge, Karawanen, Filme u. Videos schaun und machen, Hörspielabende, Schrott sammeln, Lesekreis, Konzerte, Auflegerei, Experimente aller Art, …“.

Drübergestolpert bin ich über die Critical Mass-Homepage, weil die letzte CM nämlich einen Abstecher zur Bikekitchen genommen hatte (was ich aber gar nicht mitbekommen hatte). Nachdem ich das für eine voll nette Idee halte, hab ich dort letztes Samstag gleich mal vorbeigeschaut und einen Lokalaugenschein gemacht. Die dort anwesenden Menschen waren sehr überrascht, auf einmal fremde Menschen zu sehen, waren aber gleich sehr angetan und wir haben gemütlich ein Bier getrunken und geplaudert.

Es war sicher nicht mein letzter Besuch in der Bikekitchen. Ich würde mich freuen, auch LeserInnen meines Blogs dort zu treffen 🙂

-> Bikekitchen

Ein Tag, so schön wie gestern

Samstag, April 19th, 2008


Die Band

Alle die nicht auf der gestrigen Critical Mass waren, haben wirklich was versäumt. Sie war genau so, wie eine Critical Mass sein soll. Bunt, laut, spontan und lustig. Losgegangen ist es wie jeden Monat am Margaretenplatz. Dort beim versammeln schaut die Menge immer viel kleiner aus, als wenns dann wirklich losgeht. Nach dem losfahren die erste Überraschung: Eine Band fährt mit!

Und die haben die ganze Zeit brav vor sich hin musiziert. Eine tolle Idee, ich hoffe wir werden sie noch öfter dabei haben. Die Route führte die Wienzeile hinein, über den Ring zum Heldenplatz, wo wir kurz die Freiraum-Demo beklingelt haben, die dort (mit sehr anstrengendem Techno) den Rasen befeierte. Für mich nicht sehr einladend. Naja.


CM am Heldenplatz

Weiter gings über Ballhausplatz – Löwelstraße – Ring – Kai – Salztorbrücke – Lände – Roßauerbrücke – Hörlgasse – Universitätsstraße – Alser Straße – Kinderspitalgasse – Lazarettgasse zum Gürtel Richtung Westbahnhof. Dort haben wir uns mal einige Zeit aufgehalten und haben die breite Fahrbahn für uns genossen. So viel Fläche, die sonst für so wenig Fahrzeuge zur Verfügung steht. Mit so kleine Einheiten wie Rädern lässt sich der Raum einfach viel effizienter nutzen. Ausserdem ist es viel leiser (obwohl wir uns Mühe gegeben haben, laut zu sein), gesünder und kommunikativer. AutofahrerInnen können ja nur hupen (haben wir gestern oft genug gehört), RadlerInnen können klingen, singen und lachen.


Viel Platz am Gürtel

Den Gürtel gings ziemlich lang entlang, bis wir dann spontan in die Goldschlagstraße abgebogen sind – gegen die Einbahn, aber das Fahren gegen die Einbahn ist dort für RadlerInnen freigegeben. Allerdings hatte wohl niemand mit ca. 300 Leuten gerechnet gehabt 🙂 Über Pelzgasse – Felberstraße gings wieder zurück zum Gürtel, wo wir auf der Kreuzung Mariahilferstraße#Gürtel Etwas wiederholt haben, womit wir auf der Jänner-Critical Mass schon Spaß hatten: Ein Ringelspiel (zwischen Autos durch). Nach so drei, vier Umrundungen haben wir den Autoverkehr wieder Autoverkehr sein lassen und sind in die Mariahilferstraße abgebogen. Dort haben wir uns von den vielen PassantInnen befeiern – oder zumindest bestaunen lassen. Mit guter Musik auf dem Rad tanzend sind wir langsam dem Ring entgegengeschwebt. Die armen AutofahrerInnen, die in ihren Schüsseln gefangen sind und wahrscheinlich noch nicht einmal die Musik gehört haben … Vermutlich sollten wir sie eher bemitleiden als bekämpfen. Ob dann mehr auf sanftere Verkehrsmittel umsteigen würden?


Das war unsere Route

Über Babenbergerstraße – Ring sind wir wieder auf den Heldenplatz gekommen, wobei wir uns diesmal länger aufgehalten haben, indem wir klingelnd, jubelnd, singend um das Heldenplatzdenkmal gekreiselt sind. Die Band ist inzwischen abgestiegen und hat sich auf das Denkmal gestellt, wie auch viele RadlerInnen, die dort ihre Räder präsentiert haben. Der Kreisel wurde immer dünner, und immer mehr Gruppen bildeten sich, die mit einander plauderten. Und dies war schließlich auch das Ende der Critical Mass – alle waren müde und hatten eine Pause verdient. Insgesamt sind wir ca. 15km gefahren und waren dafür zwei Stunden unterwegs.

Tja, ich freu mich schon auf nächsten Monat. Haltet euch Freitag den 16. Mai frei … Treffpunkt ist wieder Margaretenplatz, 16:30. Infos gibts wieder immer auf http://www.criticalmass.at. Und wers gar nicht erwarten kann, die nächste Critical Mass in Österreich ist bereits nächste Woche in Linz (Freitag, 25. April, 16:30, Hauptplatz).

Als Schluß ein kurzes Video, auf dem auch die Band zu sehen ist:

Das Kartenmaterial des Übersichtsplans kommt übrigens aus dem Open Streetmap Projekt.