Scrap your Car!

April 11th, 2009

… but please don’t buy a new one.

Maybe you don’t know it, but in Austria and Germany you get some money right now if you scrap your old car and buy a new one instead. It’s meant to be an encouragement for the economy, at times of the financial crisis. In my opinion this is completely bullshit, because I believe cars are not sustainable. They are just energy consuming, space consuming (even worse) and a major factor of pollution (exhaust fumes, noise) in our cities. And they cause a lot of accidents, many of them lethal (the new cars, which are usually bigger are much more dangerous – not for the people inside, but outside).

The car industry is in a crisis right now (I can’t say, that I’m not happy about this). But does this measure really help? Okay, they can produce a lot of new cars right now … but what next? Who will buy a new car in half a year? or in a year? Don’t all this people who plan to buy a car soon buy it now? So the next crisis will come soon … And what to do then?

I would love to see an encouragement of our government(s) and municipalities to use other means of transportation. In Public Transportation there are a lot of sustainable jobs (building new buses, trams and metros, construction of new lines, drivers, mechanics, …). Cycling – maybe not so many jobs, but most of them are in small or medium sized companies.

Happily, I’m not the only one, who thinks like this:

  • The German city of Mannheim introduced a bonus if you get rid of your old bike and buy a new one instead.
  • The „Verkehrsclub Deutschland“ demands a national wide bonus for users of public transportation, cycling and other means of transportation.
  • ig-fahrrad.at (the young lobby for cyclists in Austria) demonstrates against the scraping bonus for cars and demands the promotion of cycling.
  • „Argus – Die Radlobby“ (lobby for cyclists in Austria) introduced their own bonus – there’s a discount on a new „KTM – Velvet“ of 250€ if you buy it now.
  • The VCÖ (Verkehrsclub Österreich) started a petition for a bonus of 100€ if you buy a new bike or a yearly ticket for public transportation.
  • Die Grünen think the scraping bonus is just a bad April Fool’s joke and demand that the 25 Mio € should be invested into improvements to public transportation.

Now in our financial crisis we could have an opportunity to change the societies values. Our cities could be so much nicer if we have less cars. People wouldn’t go to big shopping centres but use shops in their neighbourhood – good for traffic reduction, good for the local economy.  Unfortunately I don’t see it happen. But the next crises will come soon, I’m sure about it.

Maybe people (and politicians) start to think (I doubt it).

What do you think? Do you have good ideas? Have you heard about other activism of groups?

13A bald wieder als Bim?

Oktober 10th, 2008

Sehr viele meiner LeserInnen werden vermutlich nicht wissen, dass der 13A, eine Buslinie in Wien die zwischen Südbahnhof und Alser Straße verkehrt und dabei wichtige Bezirkszentren (Margaretenplatz, Mariahilferstraße/Neubaugasse, Josefstadt, …) erschließt, bis in die 1960er Jahre eine Straßenbahn war. Nun gibt es wieder Pläne diese Straßenbahnlinie wiederzuerrichten, da sich der Bus dort nicht bewährt (hat). Mehr dazu in der Wiener Zeitung.

Man beachte den Preis: von 20 Mio. Euro für 6 km neue Straßenbahn wird hier gesprochen, eine Summe die für gerade mal 200 m oberirdischer U-Bahn-Trasse reicht.

Ganz neu ist diese Idee übrigens nicht. Die Grünen fordern eine Umstellung schon seit längerem. (aktuelle Reaktion)

Achja, am Sonntag wird die Neuordnung der Ringlinien umgesetzt, wovon ich vor ein paar Monaten berichtet hab.

Wien: Gegen den Trend

Juli 22nd, 2008

Ich wurde auf einen interessanten Artikel gestoßen, der gut die Misere um kostspielige U-Bahn-Linien in die Peripherie und die Stagnation im Ausbau der Straßenbahn zusammenfasst:
http://www.eisenbahnwelt.de/zeitschriftenartikel-2721.html

Back to normal

Juli 2nd, 2008

Mit dem Ende der EM verschwinden langsam auch wieder die Flaggen, die im letzten Monat von den Autos und Straßenbahnen gewinkt haben. Es ist ja nicht so, dass ich grundsätzlich was gegen Flaggen hätte, sollen doch alle mit ihren Autos oder Fahrzeugen oder Häusern machen, was sie wollen. Ich trage ja auch gern meine Meinungen und Wünsche in die Öffentlichkeit.

Bei den Straßenbahnen – die ja nur teilweise privat sind – hat mich allerdings wirklich gestört, dass diese mit diesen Krone-Flaggen herumgefahren sind. Nicht nur, dass ich sie hässlich fand, mit dem verunstalteten Adler und dem Fußball auf der Brust, ich hätte mir von einer Veranstaltungsstadt schon erwartet, dass sie „internationaler“ agieren.

Ich hätte mir erwartet, dass eine der Flaggen das offizielle Euro 2008-Logo trägt und die andere Flagge die Landesflagge eines Teilnehmerlandes ist. Das hätte Internationalität und Weltoffenheit gezeigt … So wies war Kleinbürgertum und Nationalismus.


Regenbogen- und Wien-Flagge

Wie gesagt, so langsam verschwinden die Flaggen wieder. Und ich hab mich gestern gefreut, als ich gesehen habe, dass die Straßenbahnen jetzt mit den Regenbogenflaggen herumdüsen. Nicht nur, weil diese so schön bunt sind, sondern weil diese Offenheit und Toleranz symbolisieren, sind die Regenbogenflaggen doch das Symbol der Lesben-, Schwulen und Transgenderbewegung. So ein Zeichen erwarte ich mir von einer Stadt!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Juli 2nd, 2008

Gestern wurde bekannt, dass die Wiener Linien eine Neuordnung der Ringlinien planen und diese heute vorstellen wollen. Diese Ankündigung hat natürlich in den diversen Verkehrs-Foren zu großen Sorgen geführt, welche Linieneinstellungen nun wieder zu befürchten sind. Immerhin lehrt die Geschichte, dass solche Ankündigungen oft mit deutlichen Einschränkungen für die NutzerInnen einhergehen. Siehe die Linie 21, die zumindest in Teilbereichen hätte weiterbetrieben werden sollen. Und jetzt, wo gerade die EM vorbei ist und die U2 – laut Wiener Linien – den Verkehr des Ringes gut aufnehmen konnte.

Aber es sollte anders kommen, es wurde heute ein Konzept vorgestellt, dass für die meisten NutzerInnen sicher Vorteile bringen wird. Das Ringelspiel der Linien 1 und 2 am Ring wird beendet, welches mehrere Nachteile hatte: Erstens hat es zu vermehrten Umsteigen geführt und zweitens zu zusätzlichen Wartezeiten, weil die Ausgleichszeiten nicht wie bei anderen Stationen in der Endstation eingehalten werden konnte sondern in einer der Stationen. Dafür werden mehrere Linien verbunden, womit neue Umsteigerelationen geschaffen werden.


Die neuen Linien 1 und 2
Quelle: Wiener Linien

Konkret werden ab 26. Oktober 2008 die Linien 65 – 1/2 (über Oper – Schottentor und Schwedenplatz) – N zur Prater Hauptallee (neue Linie 1) und die Linien J – 1/2 (über Oper und Schwedenplatz) – N zum Friedrichs-Engels-Platz (neue Linie 2) verbunden. In weiterer Folge soll die Linie D in Linie 3 umbenannt werden und die Linie 71 als Linie 4 zur Börse verlängert werden.

Es soll sogar hinter dem Parlament eine Verbindungsstrecke für die Linie J gebaut werden, so wie ich es vor ein paar Blog-Einträgen gefordert habe.

Der einzige Wermutstropfen ist das Aufgeben des alten Linienbezeichnungsschema, dass immerhin bereits 101 Jahre alt ist. Nach diesem hätten die neuen Linien auch Buchstaben erhalten sollen, da dies klassische Durchmesserlinien sind (so wie die Linien D und N).

Damit haben die Wiener Linien und die Stadt Wien gezeigt, dass es doch möglich ist Verbesserungen umzusetzen. Weiter so!

Weitere Infos:
Ankündigung auf der WL-Homepage

Ring autofrei?

Juni 28th, 2008

Die Europameisterschaft ist bald vorbei, womit die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Wien wohl bald wieder Vergangenheit sein werden. Ob diese Einschränkungen negativ oder positiv waren muss wohl jedeR für sich selber entscheiden. Eine dieser Einschränkungen war die Komplettsperre des Rings zwischen Heldenplatz und Rathausplatz. Bereits bei Bekanntwerden dieser Sperre jubelten die Grünen und forderten, dass diese Sperre permanent wird, etwas das natürlich von den autohörigen Parteien und Organisationen aufs härteste kritisiert wurde, indem Schreckensgespenster von chaosartigen Zuständen in Wien an die Wand gemalt wurden. Inzwischen ist die EM in Gange und was ist mit den chaosartigen Zuständen? Selbst ÖVP, ÖAMTC und ARBÖ müssen zugeben, dass das Verkehrschaos ausgeblieben ist.

Straßenbahn am Ring

Auch ich selber hab die Ringsperre kritisiert, allerdings nicht wegen des fehlenden Autoverkehrs, sondern wegen der Kompletteinstellung des Straßenbahnbetriebs in diesem Bereich. Dass durch die EM-Fanzone keine Straßenbahn fahren kann ist durchaus nachvollziehbar, leider musste die Straßenbahn in einem viel größeren Bereich eingestellt werden. Da aber die Fans auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind und auch von der Stadt dazu aufgerufen wurden die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, finde ich dies fahrlässig. Die Straßenbahnlinie 1 (und damit auch 2) verkehren nur auf der Strecke Schottentor – Schwedenplatz – Schwarzenbergplatz – Karlsplatz, die Linie D wird über den Kai umgeleitet, der J bis zum Gürtel gekürzt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, die Linie 2A komplett eingestellt. Besonders die Kürzung der Linie 1 zum Karlsplatz schmerzt, ist der Ring damit schon ab Schwarzenbergplatz Straßenbahnfrei und damit auch die Oper.

Alternativen


Bereich der EM-Fanzone

Die Stadt hätte aber die Gunst der Stunde nutzen sollen und ein paar kleine Änderungen durchführen, die den Straßenbahnverkehr nachhaltig verbessern hätten können. Die Linie J muss das Schicksal der Kürzung bis zum Gürtel sehr oft erleiden, finden doch häufig Veranstaltungen am Ring statt (Demos, Umzüge, …). Dabei könnte mit einem Betriebsgleis hinter dem Parlament eine Ausweichstrecke geschaffen werden und die Linie damit zum Dr. Karl-Renner-Ring geführt werden.
Bei der Babenbergerstraße (also Haltestelle Burgring) hätte eine Schleife errichtet werden können (zumindest temporär) und damit der Straßenbahnverkehr bis dorthin aufrecht erhalten werden. Damit wäre die Fanzone um einiges besser erreichbar gewesen. Die Kosten? Im Vergleich was andere Aktionen wie die Umgestaltung des Prater Vorplatzes oder der U2-Verlängerung zum Stadion gekostet haben, lächerlich. Vielleicht hätte diese Kosten sogar die UEFA getragen.

Ein kleiner geschichtlicher Exkurs

Bald ist die EM vorbei und damit wird wieder der Autoverkehr den Ton (bzw. Lärm) am Ring angeben, fließt dieser doch auf drei Fahrstreifen und hohen Geschwindigkeiten dahin. Eigentlich schade, wurde der Ring doch ursprünglich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Flaniermeile angelegt. An seiner Stelle waren vorher die Befestigungsanlagen der Stadt Wien, alles außerhalb war bereits Vorstadt. Rundherum war das Glacis, eine unbebaute Fläche die für Kämpfe freigehalten wurde. Dieses Gebiet wurde nach Schleifung der Befestigungsanlagen neuen Nutzungen zugeführt, Nutzungen die noch heuer viele, viele TouristInnen nach Wien locken: Stadtpark, Staatsoper, Natur- und Kunsthistorisches Museum, Volkstheater, Parlament, Rathaus, Burgtheater und Universität Wien. Der Ring wurde als Flaniermeile für den Adel angelegt, der Verkehr musste sich mit der Lastenstraße am äußeren Rand des Glacis begnügen (Rathausstraße, Getreidemarkt, Heumarkt … sprich die heutige „Zweierlinie“).
Inzwischen ist von dieser Idylle am Ring leider wenig über. Immerhin gibt es durch die Baumreihen viel Grün, aber der rasende Autoverkehr mit seinen drei Fahrstreifen zwingt die FußgängerInnen an den Straßenrand, wo sich noch dazu der Ringradweg (einer der meistbefahrenen Radwege Wiens) durchschlängelt.

Ring autofrei?

Die Grünen haben in den letzten Wochen mehrmals ihre Forderung nach einer permanenten Ringsperre wiederholt (zumindest an Sonntagen), in den letzten Tagen hat auch Hermann Knoflacher, Universitätsprofesser für Verkehr an der TU-Wien und bekannter Gegner des motorisierten Individualverkehrs, diese Forderung aufgestellt … und wurde dafür natürlich aufs schärfste kritisiert. Die Verkehrsclubs sehen das Ausbleiben des Verkehrschaos darin, dass die Leute sich halt eingeschränkt haben (Urlaub, Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel).
Der ÖAMTC überspannt den Bogen allerdings maßlos in dem er schreibt:
„Gerade in Zeiten stetig steigender Verkehrskosten ist eine
Forderung nach massiver Verkehrserschwernis ein Schlag ins Gesicht
jener Hunderttausenden Österreicherinnen und Österrreicher, die auf
die Wahl des Kfz als Träger ihrer Mobilität angewiesen sind.“

Meiner Ansicht nach braucht es gerade derzeit (Gerede über den Klimawandel, steigende Ölpreise) mutige Ideen um den Leuten zu zeigen, dass es Alternativen zum Auto gibt, ohne Einschränkung der Lebensqualität – im Gegenteil sogar, mit massiven Steigerungen der Lebensqualität.
Die Wiener Linien würden sich über die Ringsperre scheinbar freuen, nachdem sie im Artikel schreiben: „Fakt ist, die U2 hat das, was die Ringsperre möglicherweise ausgelöst hat, locker aufnehmen können“. Dies könnte man so interpretieren, dass sie auch die Straßenbahn gleich einstellen wollen. Die Wiener Linien hassen den Oberflächenverkehr scheinbar so sehr, dass jede Möglichkeit für Einstellungen sofort genutzt wird, dabei fördert dieser nachweislich die lokale Wirtschaft (die meisten Straßen die den Straßenbahnverkehr verloren haben, wurden dadurch wirtschaftlich ruiniert: Meidlinger Hauptstraße, Favoritenstraße innerhalb des Gürtels, Wiedner Hauptstraße vor dem Matzleinsdorferplatz, und und und).

Was sind meine Träume?


Las Ramblas in Barcelona

Den Ring autofrei zu machen oder zumindest extremst zu beruhigen würde diesen sehr beleben. Die Menschen (EinwohnerInnen als auch TouristInnen) könnten sich ausbreiten und das Grün mit den historischen Sehenswürdigkeiten genießen. Mein Vorbild wäre da die Las Ramblas in Barcelona: Die Menschen spazieren und genießen die Umgebung, auf den Fahrstreifen am Straßenrand kommt dann und wann ein Auto, dass aber langsam fahren muss und daher leise ist. So könnte der Ring auch sein. Der Großteil des Platzes gehört den Menschen, die sich an den Standeln und KünstlerInnen erfreuen, deneben fährt die Straßenbahn und am Rand gibt es einen gemeinsamen Fahrstreifen für Fiaker, den motorisierten Individualverkehr und den Radverkehr. Schneller muss es nicht gehen, dafür gibt es ja die Lastenstraße.

Fazit

Im Laufe der nächsten Woche wird der Ring wieder für den Verkehr freigegeben werden, womit der normale Wahnsinn wieder einkehren wird. Ich befürchte, dass sich in Wien nicht so schnell etwas ändern wird. Aber man wird doch noch träumen dürfen, oder?

Grüner Verkehr

Mai 23rd, 2008

Diesen Artikel hab ich für den Schmelztiegel, der Zeitung der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus verfasst.

Derzeit in aller Munde: Die hohen Ölpreise. Etwas, das uns als ökologische und soziale Partei nicht stört sondern freut, da die günstigen Ölpreise der letzten Jahrzehnte mitschuld an vielen problematischen Entwicklungen sind. Die günstigen Transportkosten helfen vor allem den großen Firmen, da es billiger ist ein großes Zentrallager zu haben und von dort alle Transporte durchzuführen. Dies kostet in den Regionen Arbeitsplätze und verursacht hohe Emissionen. Gefördert wird das noch von den Ländern, die die Transportwege (v.a. Autobahnen) zu extrem günstigen Konditionen anbieten, aber hohe Errichtungs-, Wartungs- und Gesundheitskosten in Kauf nehmen müssen.

Rund um die Städte hat diese Entwicklung zu starker Zersiedelung geführt. Viele ArbeitnehmerInnen pendeln jetzt aus ihrem Wohnort im Grünen zu ihrem Arbeitsplatz in der Großstadt. So schön so eine Wohnung im Grünen sein kann, so unökologisch und unsozial ist diese Lebensweise. Die hohen Erschließungskosten (Straße, Kanal, Elektrizität, …) werden zu großen Teilen von den Gemeinden gezahlt, die spätestens dann in finanzielle Schwierigkeiten kommen, sobald die notwendige Erschließung sanierungsbedürftig ist. Die Wirtschaft des Ortes leidet aber besonders unter dieser Lebensweise, da Einkauf und Freizeit meist an anderen Orten getätigt werden.

Kann ein Besuch in einer Shopping City wirklich einen Stadtspaziergang ersetzen? Eine gewisse Dichte an Menschen und Bebauung ist notwendig, damit interessanter, urbaner Raum entsteht. Ganz wichtig ist, dass Frei- und Grünräume in der Stadt errichtet werden, damit auch für Erholung gesorgt ist. Derzeit wird ein großer Teil des kostbaren öffentlichen Raumes für Autos genutzt, sowohl für fließenden als auch ruhenden Verkehr.

Eine Trendumkehr ist möglich. Bereits jetzt ist Wien attraktiv genug, dass viele Leute auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen. 2007 ist erstmals die Anzahl der angemeldeten PKW gesunken. Damit Wien lebenswerter wird, muss der öffentliche Raum den Menschen zurückgegeben werden.

Wir fordern den Einsatz der folgenden Mittel:

  • Weitere Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, bei gleichzeitigem Rückbau von frei werdenden Parkplätzen um Platz für Menschen zu schaffen.
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs (Straßenbahn, Bus) und der Radverkehrswege um das Mobilitätsbedürfnis der Menschen zu befriedigen. Stopp des U-Bahn-Baus außerhalb der Zentren, der nur Platz für PKW-Verkehr schafft und die Menschen in dunkle Tunnels zwingt.
  • City-Maut an der Stadtgrenze, um den Verkehr aus dem und in das Umland von Wien zu verringern. Dies wird sowohl in der Stadt als auch in der Umgebung zu Verkehrsreduktion führen und dadurch die lokale Wirtschaft ankurbeln.
  • Stopp des Autobahnausbaus um die weitere Entwicklung des Transitverkehrs einzudämmen. Dies wird das Wachstum der großen Konzerne bremsen und klein- und mittelständischen Unternehmen neue Chancen geben.
  • Kein Bau der dritten Landebahn am Flughafen Schwechat um einer zusätzlichen Lärmbelastung Wiens entgegenzuwirken.

Weitere Infos im Verkehrskonzept der Wiener Grünen.

Adieu 21er!

Mai 10th, 2008

Jetzt ist es traurige Realität. In den Reigen der Straßenbahneinstellungen in Wien hat sich eine weitere Linie eingereiht. Diesmal die Linie 21, mehr schlecht als recht von der nigelnagelneuen Erweiterung der U-Bahn-Linie U2 ersetzt. Natürlich ist die U-Bahn schneller unterwegs. Nur bringt dies den Fahrgästen nichts, wenn sie zuerst 500m zur nächsten U-Bahn-Station gehen müssen um dann eine kurze Strecke zurückzulegen. Dafür dürfen sich die AutofahrerInnen unter uns freuen, dass die Ausstellungsstraße neben dem Prater gleich nach der EM zu einer neuen Autorennstrecke umgebaut wird.

Seit Beginn des U-Bahn-Baus in Wien sind Straßenbahnlinien massiv von Einstellungen bedroht. Was überbleibt sind meist sterbende Einkaufsstraßen und Auto-dominierte Straßenzüge. Ob es wirklich für die Wirtschaft gut ist, wenn der Kleinhandel stirbt und stattdessen die Einkaufszentren mit dem immer gleichen Geschäften florieren (wobei die meisten Einkaufszentren eh nicht gut gehen)?

Stattdessen werden die Fahrgäste in dunkle Tunnels unter der Stadt gezwängt, in denen die Stadtgestalt nicht zur Geltung kommt. Immerhin kommen jedes Jahr viele Tausend (oder sogar Millionen?) TouristInnen nach Wien um die Stadt zu sehen – auch ich muss bestätigen, dass diese wirkliche sehenswert ist. Aber für die Stadtentwicklung ist halt vorrangig, dass der (Motorisierte Individual) Verkehr flüssig fließt, was sich auch an den mangelnden Ampelbeeinflussungen ablesen lässt. So langsam wie in Wien sind Straßenbahnen und Busse nirgends (zumindest nicht in Mitteleuropa) unterwegs.

Die Oppositionsparteien im 2. Bezirk – vorrangig die Grünen – haben in den letzten Jahren und Monaten alle Register gezogen um die Einstellung zu verhindern. Immerhin haben die Grünen im letzten Monat ca. 8000 Unterschriften gesammelt. Natürlich konnten sie nichts gegen die Sturheit der sozialdemokratischen Stadt- und Bezirksregierung ausrichten, die vor allem eines kann: Verschlechterungen schön reden.

Durch den einsetzenden Autoboom in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind in vielen europäischen Städten die Straßenbahnnetze eingestellt worden. Die Argumentation basierte meist darauf, dass diese den Autoverkehr behindern würde. In dieser Zeit war man sich über die Nachteile des Autoverkehrs noch nicht im klaren – Unökologisch, Luft verschmutzend, gefährlich. Inzwischen ist man in den meisten Städten wieder klüger geworden und errichtet wieder Straßenbahnen. Modern, hell, schnell – das sind die neuen Schlagworte. Meist werden die Straßenbahnlinien auf Rasengleisen errichtet, um in die tristen Straßenlandschaften ein paar Flecken natürliches Grün einzubringen. Linz, Graz, Innsbruck als Beispiele im eigenen Land – Paris, London, Berlin als potentielle internationale Vorbilder (mehr dazu auf www.tramway.at).

Aber Wien ist anders.

Noch ein guter Text zur Nachlese:

Räder kochen?

April 23rd, 2008

Nachdem der 15. Wiener Gemeindebezirk in der letzten Zeit ziemlich mit interessanten alternativen Projekten (i:da, Pankahyttn, …) boomt, gibt es schon wieder ein neues interessantes Projekt: Die „Bikekitchen“.

In der Goldschlagstraße 8 haben sich ein paar Menschen zusammengetan um einen Raum zu schaffen, der dazu genutzt werden kann, sein Rad zu reparieren, sich aus alten Rädern neue Räder zusammenzubauen (aber keine Normalen -> Choppers, Tall Bikes, …) oder auch nur um gemütlich ein Bier zu trinken. Und das in einem sehr politischen Kontext. Ich zitiere die Homepage: „Wichtige weitere Schlagworte: ANTIFA, Kollektiv, Plenum, Konsens, Fuhrpark, (Raum)Gestaltung, DIY, Soli, Schablonen/Stencil, Dumpstern/Kontainern, Bar, Beisl, Cafe, Fachliteratur, Archiv, Fahrradfetischismus, Bike Art, Bike Fun, Bike Kill, Joustings, Bike Polo, Nachtfahrten, Demoperformance, Aktionen, Screen Printing, Workshops, Ausflüge, Karawanen, Filme u. Videos schaun und machen, Hörspielabende, Schrott sammeln, Lesekreis, Konzerte, Auflegerei, Experimente aller Art, …“.

Drübergestolpert bin ich über die Critical Mass-Homepage, weil die letzte CM nämlich einen Abstecher zur Bikekitchen genommen hatte (was ich aber gar nicht mitbekommen hatte). Nachdem ich das für eine voll nette Idee halte, hab ich dort letztes Samstag gleich mal vorbeigeschaut und einen Lokalaugenschein gemacht. Die dort anwesenden Menschen waren sehr überrascht, auf einmal fremde Menschen zu sehen, waren aber gleich sehr angetan und wir haben gemütlich ein Bier getrunken und geplaudert.

Es war sicher nicht mein letzter Besuch in der Bikekitchen. Ich würde mich freuen, auch LeserInnen meines Blogs dort zu treffen 🙂

-> Bikekitchen

Ein Tag, so schön wie gestern

April 19th, 2008


Die Band

Alle die nicht auf der gestrigen Critical Mass waren, haben wirklich was versäumt. Sie war genau so, wie eine Critical Mass sein soll. Bunt, laut, spontan und lustig. Losgegangen ist es wie jeden Monat am Margaretenplatz. Dort beim versammeln schaut die Menge immer viel kleiner aus, als wenns dann wirklich losgeht. Nach dem losfahren die erste Überraschung: Eine Band fährt mit!

Und die haben die ganze Zeit brav vor sich hin musiziert. Eine tolle Idee, ich hoffe wir werden sie noch öfter dabei haben. Die Route führte die Wienzeile hinein, über den Ring zum Heldenplatz, wo wir kurz die Freiraum-Demo beklingelt haben, die dort (mit sehr anstrengendem Techno) den Rasen befeierte. Für mich nicht sehr einladend. Naja.


CM am Heldenplatz

Weiter gings über Ballhausplatz – Löwelstraße – Ring – Kai – Salztorbrücke – Lände – Roßauerbrücke – Hörlgasse – Universitätsstraße – Alser Straße – Kinderspitalgasse – Lazarettgasse zum Gürtel Richtung Westbahnhof. Dort haben wir uns mal einige Zeit aufgehalten und haben die breite Fahrbahn für uns genossen. So viel Fläche, die sonst für so wenig Fahrzeuge zur Verfügung steht. Mit so kleine Einheiten wie Rädern lässt sich der Raum einfach viel effizienter nutzen. Ausserdem ist es viel leiser (obwohl wir uns Mühe gegeben haben, laut zu sein), gesünder und kommunikativer. AutofahrerInnen können ja nur hupen (haben wir gestern oft genug gehört), RadlerInnen können klingen, singen und lachen.


Viel Platz am Gürtel

Den Gürtel gings ziemlich lang entlang, bis wir dann spontan in die Goldschlagstraße abgebogen sind – gegen die Einbahn, aber das Fahren gegen die Einbahn ist dort für RadlerInnen freigegeben. Allerdings hatte wohl niemand mit ca. 300 Leuten gerechnet gehabt 🙂 Über Pelzgasse – Felberstraße gings wieder zurück zum Gürtel, wo wir auf der Kreuzung Mariahilferstraße#Gürtel Etwas wiederholt haben, womit wir auf der Jänner-Critical Mass schon Spaß hatten: Ein Ringelspiel (zwischen Autos durch). Nach so drei, vier Umrundungen haben wir den Autoverkehr wieder Autoverkehr sein lassen und sind in die Mariahilferstraße abgebogen. Dort haben wir uns von den vielen PassantInnen befeiern – oder zumindest bestaunen lassen. Mit guter Musik auf dem Rad tanzend sind wir langsam dem Ring entgegengeschwebt. Die armen AutofahrerInnen, die in ihren Schüsseln gefangen sind und wahrscheinlich noch nicht einmal die Musik gehört haben … Vermutlich sollten wir sie eher bemitleiden als bekämpfen. Ob dann mehr auf sanftere Verkehrsmittel umsteigen würden?


Das war unsere Route

Über Babenbergerstraße – Ring sind wir wieder auf den Heldenplatz gekommen, wobei wir uns diesmal länger aufgehalten haben, indem wir klingelnd, jubelnd, singend um das Heldenplatzdenkmal gekreiselt sind. Die Band ist inzwischen abgestiegen und hat sich auf das Denkmal gestellt, wie auch viele RadlerInnen, die dort ihre Räder präsentiert haben. Der Kreisel wurde immer dünner, und immer mehr Gruppen bildeten sich, die mit einander plauderten. Und dies war schließlich auch das Ende der Critical Mass – alle waren müde und hatten eine Pause verdient. Insgesamt sind wir ca. 15km gefahren und waren dafür zwei Stunden unterwegs.

Tja, ich freu mich schon auf nächsten Monat. Haltet euch Freitag den 16. Mai frei … Treffpunkt ist wieder Margaretenplatz, 16:30. Infos gibts wieder immer auf http://www.criticalmass.at. Und wers gar nicht erwarten kann, die nächste Critical Mass in Österreich ist bereits nächste Woche in Linz (Freitag, 25. April, 16:30, Hauptplatz).

Als Schluß ein kurzes Video, auf dem auch die Band zu sehen ist:

Das Kartenmaterial des Übersichtsplans kommt übrigens aus dem Open Streetmap Projekt.